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Floyd Benedikter holt WM-Bronze nach Münster E-Mail

Riesenerfolg für den münsterschen Nachwuchsathleten: Bei der U19-WM im tschechischen Racice erruderte Floyd Benedikter mit dem deutschen Achter die Bronzemedaille. Auch Joscha Feder als Ersatzruderer zeigte sich als würdiger Vertreter der deutschen Farben.

 

Glückliche Gewinner von WM-Bronze: Floyd Benedikter (li.) mit Achterpartner Sören Henkel (RV Waltrop), mit dem er zuvor in der Saison gemeinsam in Zweier und Vierer gekämpft hat. | Foto: RVM

 

 

 

Starker Regattaauftakt

Nach mehrwöchigem Trainingslager in Berlin-Grünau war die 60-köpfige deutsche Delegation zur U19-WM nach Racice in der Tschechischen Republik gereist. Mit dabei zwei Ruderer des RVM: Floyd Benedikter als Ruderer auf der Position 2 im Junioren-Achter und Joscha Feder als Ersatzruderer für den Skullbereich - für den jungen Sportler bereits ein bemerkenswerter Erfolg, war Feder doch in der Saison 2017 noch als Leichtgewicht gestartet. Empfangen wurden die Athleten in der böhmischen Stadt von einer heftigen Hitzewelle: Mehr als 30 °C im Schatten luden eher zu einer Siesta ein als zu sportlichen Höchstleistungen...

 

Doch der von Bundestrainer Bernd Nennhaus zum wiederholten, aber aufgrund des altersbedingt voraussichtlich letzten Mal betreuten trainierte Flagschiff des U19-Kaders startete gleich mit einer starken Leistung ins Wettkampfgeschehen: Im Vorlauf gegen Polen, Ungarn, Tschechien und die Niederlande setzte sich die Crew frühzeitig an die Spitze des Feldes. Entschlossen verteidigten Benedikter und seine Mitstreiter die Führung bis ins Ziel und ließen sich auch nicht davon beirren, dass sich die Verfolger einen heftigen Kampf mit mehrfachen Führungswechseln lieferten. Am Ende siegte der deutsche Achter klar mit etwa einer halben Bootslänge vor Polen. Damit sicherte sich die Mannschaft den direkten Einzug ins Finale und konnte den kräfteraubenden Hoffnungslauf den übrigen Teams überlassen. Neben Großbritannien als dem Sieger des anderen Vorlaufes fanden sich Benedikter und Co. nun in der Favoritenrolle wieder.

 

Nachdem der Hoffnungslauf ausgefahren worden war, stand die Besetzung des A-Finales fest: Die USA, Italien, Großbritannien, Polen und Ungarn sollten das deutsche Team erwarten.

 

Der Start des Vorlaufes - im deutschen Boot als zweiter von links: RVM-Athlet Floyd Benedikter. | Fotos: Detlev Seyb / meinruderbild.de

 

Überraschung im Finalrennen

Am Sonntagmittag war es dann soweit: Der Startrichter rief die sechs Achter zu den Startnachen. Nicht nur von der Hitze, auch von der Spannung her knisterte die Luft bei dem letzten Rennen des Wettkampfs. Als die Ampeln auf Grün sprangen, setzten sich die immerhin knapp eine Tonne schweren Boote in Bewegung. Aber bereits mit den ersten Schlägen zeigte sich, dass es im deutschen Boot nicht rund lief: Während sich Großbritannien und die USA an die Spitze des Feldes setzten, schien das Boot mit Benedikter an Bord nur zäh in Fahrt zu kommen und lag nach 500 Metern "nur" auf Rang vier, knapp vor Ungarn und Italien. "Wir haben einfach nicht unseren gewohnten Rhythmus gefunden. Wir waren wohl ziemlich nervös," schildert Benedikter die Situation. Vom Favoriten zum Abgehängten - ein heftiger Rollentausch innerhalb von wenigen Sekunden für die Deutschen!

 

Dann zeigte die deutsche Crew aber, dass sie sowohl zusammenhält als auch Kampfgeist besitzt: In einer spektakulären Aufholjagd arbeitete sich das Boot mit den scharz-rot-goldenen Blättern nach vorne. Zwischen Polen, Italien und Deutschland wechselten die Positionen mehrfach, alle wollten nach Bronze greifen. Gold und Silber hatten Großbritannien und die USA quasi sicher. Benedikter: "Wir fuhren einen Spurt nach dem anderen. Ich wusste gar nicht mehr, wo wir lagen, war schon völlig im Tunnel." Mit hoher Frequenz schob sich der deutsche Achter an Polen und Italien vorbei, erkämpfte sich klar den Bronzerang und vollbrachte das Kunststück, auf dem letzten Streckenabschnitt sogar noch die Führenden zu attackieren. Mit letzter Kraft spurteten alle Boote über die Ziellinie - Bronze für Deutschland!

 

Zieleinlauf - Bronze für den Achter mit Floyd Benedikter, während Großbritannien Gold und die USA Silber holen.

 

"Zuerst waren wir schon enttäuscht, dass wir nur auf Platz drei gefahren sind. Wir hatten uns mehr erhofft. Erst bei der Siegerehrung haben wir realisiert, dass wir nicht Gold verloren, sondern Bronze gewonnen haben und uns dann aber richtig gefreut", so Bendikter nach dem Rennen. Das sieht auch RVM-Cheftrainer Thorsten Kortmann so: "Klasse Leistung!"

 

Feder lässt die Muskeln spielen

Zu einem Einsatz von Ersatzruderer Feder im Zweier oder Vierer kam es bei der WM nicht. Aber ein Rennen durfte der münstersche Sportler dennoch bestreiten: Zu Anfang des Wettkampfes treten traditionell die Ersatzruderer im Einer gegeneinander an. Hier zeigte Feder seine Klasse: Gegen den Norweger Jarle Saeby fuhr Feder einen souveränen Sieg mit gut sieben Bootslängen Vorsprung heraus. "Ein wirklich knappes Rennen", so das Fazit mit leichter Ironie.

 

Sieger des traditionellen Ersatzrudererrennens: Joscha Feder

 

Mit Floyd Benedikter sorgte erneut ein RVM-Ruderer für eine deutsche WM-Medaille im U19-Achter, nachdem im letzten Jahr - unter der Fittiche von Kortmann - die RVM-Sportler Mika Kohout, Ole Kruse, John Heithoff und Yannik Sacherer Gold geholt hatten. So stellt sich für nächstes Jahr die Frage, welcher Sportler des RVM im deutschen U19-Achter sitzt und welches Edelmetall es dann geben wird...

 

Weitere Fotos in der Bildergalerie.

 
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